Ein kalter Wind weht die Kaiser Wilhelm Straße vom Meer aus hoch. Im Strandcafé sitzen nur wenige Menschen und genießen Apfelstrudel bei strahlend blauem Himmel. Wären da nicht die Palmen am Strand, könnte man fast glauben, man wäre in einer kleinen deutschen Küstenstadt.
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| "Strand Café" in Swakopmund |
In Wirklichkeit sind wir in Swakopmund - Eine Stadt mit 34.000 Bewohnern an der Atlantikküste Namibias. Bis 1915 war Swakopmund 31 Jahre lang das wichtigste Handelszentrum der deutschen Kolonie Süd-Westafrika. Nach der Kapitulation vor den südafrikanischen Truppen sind viele Deutsche wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Doch einige sind geblieben und haben ein Stück deutsche Kultur im Herzen Afrikas bewahrt.
Heute hat Swakopmund noch rund 10 Prozent Einwohner mit deutschen Wurzeln und gilt daher als deutscheste Stadt Namibias.
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Die Hotelnamen zeugen von
ihrer deutschen Geschichte |
Dies ist auch unschwer zu erkennen. Viele Geschäfte und Lokale im historischen Zentrum tragen nach wie vor deutsche Namen. So zum Beispiel das Brauhaus - ein beliebter Treffpunkt für die deutschsprachige Gemeinschaft der Stadt. Hier wird das „Hansa Bier“ nach wie vor streng nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Sogar ein Oktoberfest wird jährlich in der Stadt veranstaltet. Wer Deutsch lesen will kann einfach in die deutsche Buchhandlung gehen oder die täglich erscheinende „Allgemeine Zeitung“ lesen.
Auch wenn fast alle Straßen mittlerweile unbenannt wurden, so deuten die alten Straßenschilder mit Aufschriften wie „Bahnhof Str.“ oder „Lazarett Str.“ noch immer auf die deutsche Vergangenheit hin. Viele historische Gebäude im Jugendstil, wie der Bahnhof oder das alte Landgericht wurden restauriert und haben inzwischen neue Rollen in der Stadt übernommen. Aus dem alten Bahnhof wurde eines der besten Hotels der Stadt. Die Schienen sind verschwunden und haben einem riesigen Pool Platz gemacht. Altes und neues Wahrzeichen der Stadt ist nach wie vor der rot-weiße Leuchtturm.
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Die deutsche Sprache begegnet
einem an jeder Strassenecke |
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Sobald es dunkel ist, wird es bedrückend still im historischen Kern von Swakopmund. Es sind nur noch wenige Menschen auf den Straßen. Die meisten davon sind Wachleute. Sie bewachen die mit Elektrozaun und hohen Mauern gesicherten Häuser der Reichen.
Wenige Fahrminuten außerhalb des Stadtzentrums beginnt eine andere Welt. Unzählige Wellblechhütten, unbefestigte Straßen und Menschen mit hoffnungslosen Gesichtern prägen das Bild des Slumgebiets von Swakopmund. Rund 80% aller Einwohner der Stadt leben hier. Arbeitslosigkeit, HIV-Rate und Kriminalität sind hoch. Die afrikanische Realität hat begonnen.
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