Einer der Hauptreize beim Zelten in Namibia ist sicherlich die Nähe zur wilden Natur. Dies ist freilich nichts für Warmduscher, denn es wimmelt in Namibia nur so vor bissigen, giftigen und großen Tieren, die wir sonst nur aus dem Zoo kennen. Glücklicherweise begegnet man den großen, gefährlichen Artgenossen, dann doch eher selten im Zeltcamp. Alltäglich ist jedoch, dass man giftigem Kleingetier wie Skorpionen begegnet und nachts umzingelt wird von Schakalen. Schlangen gab es den Spuren zufolge auch in einigen unserer Zeltcamps, doch gesehen habe ich die scheuen Tiere nie. Ganz anders war es dann schon mit den Skorpionen. Skorpione haben scheinbar eine Vorliebe für die Unterseite von Zelten. So entdeckten wir fast jeden Morgen beim Zeltabbau kleinere Exemplare, die unter dem Zelt nächtigten. Das spannendste Zeltabenteuer des Urlaubs ist aber gottseidank nicht mir passiert.
 |
Neben viel Getier bekommt man in Namibia auch
tagtäglich grandiose Landschaften zu Gesicht |
|
Es war ein warmer Abend und wir genossen mal wieder herzhaftes Kudu-Steak vom Grill bei einen wunderbaren Sonnenuntergang – Afrika pur. Mit vollem Bauch machten wir uns dann irgendwann zurück zu unseren Zelten, die einige Meter weiter unter einem großen, schattigen Baum aufgestellt waren. Plötzlich ließ mir ein lauter Schrei das Blut in den Andern gefrieren. Im nächsten Moment schossen dann auch schon alle Gruppenmitglieder zum Nachbarzelt. Das Zelt war komplett durchwühlt und der Boden war von einer Seite zur anderen aufgerissen. Der erste Gedanke, war, dass jemand ins Zelt eingedrungen war um zu stehlen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass keine Wertsachen fehlten. Stattdessen lag eine Packung Kekse regelrecht zerfetzt im Zelt. Was war passiert? Scheinbar hatten die Schakale, die schon den ganzen Tag um unser Camp rannten die Kekse gerochen und hatten während wir aßen den Zeltboden aufgerissen und das Zelt gestürmt. Die Zähne der Viecher müssen verdammt scharf gewesen sein, da unsere Zelte aus solidem, dicken Stoff waren. Letztendlich kann man von Glück sprechen, dass die Tiere nicht nachts auf die Idee gekommen sind eine Attacke zu starten.
Eine der genialsten Schakal Stories erzählte uns unser Scout. Vor einigen Jahren entschied sich einer seiner Touristen dazu draußen im Schlafsack, anstatt im warmen Zelt zu schlafen. Liegende Menschen empfinden Schakale als ungefährlich, da ihr Kopf niedriger ist als der eigene – also eine ideale Beute. In der Nacht wachte der Typ schließlich auf und merkte, dass er in Bewegung war. Ein Schakal hatte den Schlafsack gepackt und war dabei den Typen in die Wüste zu ziehen. Glücklicherweise konnte er sich dann aber recht schnell aus dem Schlafsack befreien und scheuchte das Vieh weg. Ein anderer Tourist hatte weniger Glück. Er schlief nur mit dem Kopf aus dem Zelt heraus und wurde so von einem Schakal recht übel zugerichtet.
Soviel zum Thema Zelten in Namibia.