Freitag, 11. Juni 2010

Unterwegs im Untergrund

U-Bahnen eignen sich meiner Meinung sehr gut um eine Stadt und deren Seele kennenzulernen. Tief im Untergrund scheint es, als könne man der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut schauen. In Rom gleicht die U-Bahn einem großen Wohnzimmer. Es ist Musik zu hören, Menschen sprechen miteinander und es herscht ein sympatisches Durcheinander. In Shanghai ist wiederum alles steril und kalt. Alles funktioniert nach System ohne Raum für Kreativität und Wärme. Die U-Bahn verbildlicht die moderne aufstrebende aber streng geführte Metropole.

Doch die U-Bahn kann noch viel mehr zeigen. Beispielsweise die Kluft zwischen reich und arm. In Wien spiegelt die Station Karlsplatz alle Probleme der Stadt wieder, die man sonsten versucht von der tadellosen Stadtfassade zu beseitigen. Berlin der Schmelztigel der Kulturen zeigt sich unter der Oberfläche als multikulturell und dynamisch. In Paris wiederum kommt die künstlerische Seele der Stadt in Form von unzähligen Strassenmusikern zum Vorschein.

Wer eine Stadt kennenlernen will sollte auch einen Ausflug in den Untergrund einplanen. Dies ist viel günstiger als ein Museum und zeigt einem trotzdem viel mehr von der Seele einer Stadt als etwa der Eifelturm oder das Kolloseum.

(C) Wagner Christian 2008
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen